Fasnet in Binsdorf

Von alters her herrschte in Binsdorf ein reges Fasnetstreiben. Unvergessen sind die Hausbälle in den Binsdorfer Gaststätten Krone, Löwen, Ochsen und Lamm. Daneben gab es schon immer die Straßenfasnet mit den Narrenfiguren „Fasnetsbutz“, ein Weißnarr der mit „Saubloder“ und Gschell ausgestattet war, sowie die „Bauern“. Auffallend an dieser Figur ist die derbe Holzmaske mit einer markanten großen Nase. Das Häs besteht aus einem groben Mantel, der an der Hüfte mit einem Seil zusammen gebunden wird. Mit seinem „Holzbengel“ und seinem ebenfalls groben Auftreten zeigt er die düstere Seite der Fasnet auf.

Fasnetsbutzen und Bauern sind nach wie vor am Binsdorfer Umzug zu bestaunen. Der Fasnetsdienstag war in früheren Zeiten der Haupttag der Binsdorfer Fasnet. An diesem Tag wurde die Fasnet ausgerufen und nachmittags fand ein Umzug mit anschließendem bunten Treiben in sämtlichen Wirtschaften statt.


Die Entstehung der Narrenzunft Binsdorf

Wie alles begann ...

  • Am 11.11.1983 fand auf Initiative von Paul Held für alle Fasnetsbegeisterten eine Zusammenkunft im Sportheim in Binsdorf statt. Bei diesem Treffen wurde beschlossen, an den Umzügen der Nachbarzünfte in Erlaheim und Geislingen teilzunehmen.
  • Am 18.01.1984 erläuterten der Präsident des Narrenfreundschaftsringes Zollern Alb Karl Uttenweiler und sein Vize Max Jauch den Sinn und das Brauchtum der Fasnet bei einem Treffen im Sportheim Binsdorf.
  • Am 30.01.1984 wurde die Teilnahme am bevorstehenden Ringtreffen in Geislingen beschlossen und eine erste „Schrittübung“ durchgeführt.
  • Auf Einladung von Karl Uttenweiler nahmen 20 Binsdorfer Hästräger am 6. Ringumzug des Narrenfreundschaftsringes am Sonntag, 05.02.1984 in Geislingen teil.
  • Nach der Teilnahme an dieser Veranstaltung wurde allgemein der Wunsch laut, eine Polonaise zu den Klängen des Rottweiler Narrenmarsches, einzustudieren.
  • Nach Teilnahmen an den Umzügen in Geislingen und Erlaheim folgte am 05.03.1984 beim Rosenmontagsball der Stadtkapelle Binsdorf in der örtlichen Turn-und Festhalle ein Auftritt der Holzhutzeln mit ihrer Polonaise und der Stadthexen mit ihrem einstudierten Hexentanz. Den Abschluss der Fasnetssaison bildete die Teilnahme am Umzug am Fasnetsdienstag, 06.03.1984, der von der Stadtkapelle Binsdorf durchgeführt wurde.
  • Nachdem die Fasnetsbegeisterung in Binsdorf immer höhere Wellen schlug, wurde beschlossen, die vorhandenen Gruppen in geordneten und organisierten Bahnen weiterzuführen. Die Gründung einer Narrenzunft wurde beschlossen. Der unermüdliche Paul Held nahm die Sache in die Hand und berief eine Gründungsversammlung ein.
  • Im Beisein von Karl Uttenweiler, Ortsvorsteher Max Pauli und nahezu 70 weiteren Fasnetsbegeisterten wurde am 17.09.1984 im Binsdorfer Sportheim die „Narrenzunft Binsdorf e.V.“ gegründet.
  • Gruendungsausschussvon Links: Christa Eyth, Renate Schreijäg, Paul Held, Hildegard Hölle, Bärbel Preuhs, Margarete Schittenhelm, Eugen Merz, Harald Hutter, Ingolf Götz, Franz Pawlika Ringpräsident Karl Uttenweiler (auf diesem Bild fehlen: Brigitte Bitzer sowie Gründungsvorstand Norbert Hehn)
  • Die erste Sitzung des Elferrates fand am 28.09.1984 statt. Bei dieser Sitzung wurden so grundlegende Dinge wie die Vereinssatzung, der Mitgliedsbeitrag usw. festgelegt. Die Ausschusssitzungen fanden in den ersten Jahren abwechselnd in den örtlichen Gaststätten statt.
  • Besondere Bedeutung kam der Herbstringversammlung des Narrenfreundschaftsringes Zollern Alb am 23.11.1984 in Bisingen zu. Bei dieser Veranstaltung wurden die Narrenzünfte aus Boll und Binsdorf nach einer Maskenvorstellung ohne weitere Einschränkungen in den Narrenfreundschaftsring Zollern Alb aufgenommen.

Die Anfangsjahre bis heute ...

  • Im Januar 1985 trafen sich die Holzhutzeln zur Probe der Polonaise. Hier wurden zu den Klängen des Elzacher Narrenmarsches verschiedene Figuren einstudiert.
  • Am 03.10.1985 wurde zwischen der Stadtkapelle und der Narrenzunft eine Vereinbarung über das Zusammenwirken bei künftigen Auftritten getroffen.
  • Erstmals wurde im Jahr 1985 eine Hockete auf dem Parkplatz bei Loreto organisiert. Was damals in kleinem familiären Rahmen begann, mauserte sich zu einem Besuchermagneten.
  • Seit 1986 verfügt die Narrenzunft Binsdorf über einen eigenen Narrenmarsch, der mit dem Refrain „Heut ischt z’Beisdorf Fasnet“ beginnt. Er ist aus der Binsdorfer Fasnet nicht mehr wegzudenken. Komponiert wurde dieser von Heinz Müller, der Text stammt aus der Feder von Heinz Müller und Paul Held.
  • 1988 zogen erstmals die „Beisdorfer Lumpen“ mit ihrem bunt geschmückten Leiterwagen durch den Ort und boten den Einwohnern diverse Gegenstände zum Verkauf an.
  • Am 10.10.1988 wurde in einer gemeinsamen Sitzung zwischen der Stadtkapelle und der Narenzunft beschlossen, zukünftig die Fasnet in Binsdorf gemeinsam durchzuführen. Bis zum heutigen Tage arbeiten beide Vereine auf dieser Basis zusammen.
  • Erstmals wurde der Binsdorfer Umzug im Jahre 1989 am Sonntag vor dem Fasnetssonntag durchgeführt. Am Fasnetsdienstag findet seither der Kinderumzug statt.
  • In der Fasnetssaison 1990 zeigte die neu gegründete Mädchengarde unter der Leitung von Gabi Morgenroth und Gabi Uttenweiler den fasnetsbegeisterten Zuschauer ihr Können.
  • Neben den Fasnetsveranstaltungen beteiligte sich die Narrenzunft am 1. Binsdorfer Straßenfest.
  • Am 11.11.1990 konnte das neue Domizil der Narrenzunft, das Narrenstüble, eingeweiht werden. Seither ist dies der Sitzungsort des Ausschusses.
  • Eine große Aufgabe fiel der jungen Zunft im Jahre 1994 zu. Zu ihrem 10-jährigen Jubiläum wurde das 16. Ringtreffen des Narrenfreundschaftsringes Zollern Alb durchgeführt. Mit viel Engagement, Mut und Miteinander wurde dieses Fest organisiert und gefeiert und bleibt allen Beteiligten in guter Erinnerung.
  • Heute hat die Narrenzunft Binsdorf 230 Mitglieder. Höhepunkte im Vereinsjahr sind der große Fasnetsumzug, der „Schmotzige“, der Rosenmontagsball und die Kinderfasnet.